Rund um das Rathaus

Mit der rasanten industriellen Entwicklung Dillingens wuchs auch die Gemeinde ständig und damit auch die Anforderungen an die Infrastruktur. Mit dem der Bahnlinie Saarbrücken-Merzig bekam Dillingen bereits 1858 einen ersten Bahnhof. In Folge entwickelte sich die heutige Stummstrasse als direkte Verbindung zwischen Bahnhof und Dillinger Hütte. Am westlichen Ende der Stummstraße entstanden dann Neubauten wie Rathaus, Finanzamt, Post, Gymnasium, Evangelische Kirche und Stadtpark.  
1902 fand auf dem Gelände des heutigen Stadtparks eine landwirtschaftliche Ausstellung statt, die den Ausschlag für die Anlage eines „Volksgartens“ gab. Nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs wurde 1953/1954 ein neuer  „Stadtpark“ angelegt, in den auch zwei ehemalige Westwallbunker integriert wurden.  Der Stadtpark erhielt einen zentralen Springbrunnen und eine Konzertmuschel. 1962 wurde in der Nord-West-Ecke des Parks die Stadthalle in zeitgenössischer Architektur in Betrieb genommen. Heute ist der Stadtpark wieder ein Treffpunkt als innerstädtische grüne Oase, mit den Veranstaltungen in der Konzertmuschel und mit dem Multifunktionssportfeld für Jugendliche.

Altes Rathaus

Das heutige Alte Rathaus entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Verwaltungssitz für die ständig wachsende Gemeinde. Dillingen war seit 1897 eigenständige Bürgermeisterei und 1906  wurde der Grundstein für einen Rathausneubau gelegt, der 1908 feierlich bezogen wurde. Städtebaulich bildete das Rathaus bis zu den Zerstörungen des 2. Weltkriegs ein urbanes Zentrum aus Bahnhof, Gymnasium, Finanzamt, Kirche, Stadtpark und Wohnbauten. 
Von außen zeigt das Gebäude eine Sandsteinfassade im historisierenden Stil, in der auch Jugendstilelemente eingearbeitet sind. Im Innern beeindrucken die Verglasungen und zwei Wandgemälde des Sitzungssaales.
1976 zog die Stadtverwaltung in das benachbarte Neue Rathaus um. Heute beherbergt das Alte Rathaus die Polizeiinspektion Dillingen.  Im historischen Sitzungssaal finden Trauungen statt.


Altes Finanzamt

1921 wurde eine Domanialschule gebaut, ein Sandsteinbau in ähnlichem Stil wie das benachbarte Rathaus. Domanialschulen waren französisch geprägte Schulen, die im unter Verwaltung des Völkerbundes stehenden Saargebiet, das Interesse für Frankreich wecken sollten. Nach der Saarabstimmung 1935 wurde die Schule aufgelöst und das Gebäude wurde Sitz des Finanzamtes Dillingen bis 1978.  Heute sind in dem stadtbildprägende Gebäude Verwaltungs- und Schulungsräume der VHS Dillingen untergebracht.   


Stadthalle

In der nordwestlichen Ecke wurde 1959 - 1962 die Stadthalle erbaut. Der Bau der Architekten Kurt Baldauf/Dillingen, Klaus Hoffmann/Saarlouis und Erwin Klein/Saarlouis und die Innengestaltung sind herausragende Zeugnisse der Architektur der 1960er Jahre, so dass das Gebäude auch in die Denkmalliste des Saarlandes aufgenommen wurde. Im oberen Foyer beeindruckt eine Wandgestaltung von Prof. Blasius Spreng/München durch ihre verhaltene Farbigkeit in der seltenen Enkaustik-Technik. Der große Theatersaal hat einen hydraulisch absenkbaren Boden für Theater- und Konzertveranstaltungen und einen Orchestergraben für 60 Musiker. Die angrenzenden Foyers und Nebenräume erlauben Veranstaltungen unterschiedlicher Art und Größe. In der Stadthalle befinden sich auch Schulungsräume der VHS sowie ein Restaurant.
Neben der Stadthalle wurde ein Konzertmuschel gebaut, in der im Sommer Konzerte veranstaltet werden.


Bahnhof

Bereits 1858 erhielt Dillingen einen Bahnanschluss und einen ersten Bahnhof an der Strecke Saarbrücken-Merzig. 1897 kam die Linie nach Bouzonville hinzu, 1901 die Linie nach Primsweiler. 1898 wurde der Bahnhof erweitert bzw. neu gebaut, dem Stil der Zeit entsprechend mit einer historisierenden Sandsteinfassade. Das Eingangsgebäude stammt noch aus dieser Zeit.


Neues Rathaus

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Rathaus für Dillingen, dem 1949 die Stadtrechte verliehen worden waren, zu klein. 1974 wurde der Grundstein für das Neue Rathaus gelegt, das zwischen Altes Rathaus und Finanzamt gebaut wurde. Der Architekt Kurt Faber/Dillingen entwarf einen sechsgeschossigen polygonalen Bau in zeitgenössischer Formensprache. 1978 bezog die Stadtverwaltung Dillingen mit allen Dienststellen, mit Ausnahme der technischen Betriebe, den Neubau. Im Innern des Rathauses finden sich zahlreiche Arbeiten von Künstlern der Region, so ein Bronzekreuz von Heinz Oilberius im Sitzungssaal, Wandgestaltungen von Max Mertz, Karl Michaely und Lothar Meßner sowie Arbeiten von Eberhardt Killguss im Innen- und Außenbereich.