Kirchen und Friedhöfe

Kirchen, Kapellen, Friedhöfe

Seit über 2000 Jahren üben Menschen in Dillingen und seinen Stadtteilen ihre Religion aus. In spätrömischer Zeit lebten bereits Christen im damaligen Vicus Contiomagus, wie Symbole auf einem Grabstein, dem so genannten Ursus-Stein, beweisen. Im Mittelalter lassen sich Kirchengemeinden nachweisen, deren Kapellen oder Kirchen aber untergegangen sind. Die bestehenden Kirchenbauten wurden im 19. und 20. Jahrhundert errichtet, teilweise auf Vorgängerbauten. 


Kirchen

St. Johann Dillingen

Die Kirche St. Johann ist die älteste im Stadtgebiet. Sie wurde 1844/1845 Stelle einer Kirche des 18. Jahrhunderts, die der Hl. Lucia geweiht war, über einer ehemaligen Odilienkirche des 15. Jahrhunderts erbaut.  
Die Kirche ist ein schlichter Saalbau in neoromanischem Stil mit einer halbrunden Apsis und einem Turm in der Eingangsfassade. Im Inneren sind eine Madonna (um 1720) aus der Bildhauerfamilie Guldner und ein Taufbecken von Pfarrer Philipp Schmitt (1805-1856) sehenswert. Im 20. Jahrhundert erfuhr die Kirche zahlreiche Renovierungen und eine Neugestaltung des Vorplatzes.
An der östlichen Fassadenseite befindet sich ein Kreuz des 18. Jahrhunderts, das Pestkreuz oder Bodinets Kreuz genannt wird. Historisch kann es nicht mit einer Pestepidemie in Beziehung gesetzt werden. Den Namen „Bodinet“ hat das Kreuz von einer Familie, an dessen Haus das Kreuz ehemals stand.  Im Garten neben der Kirche haben italienische Mitbürger eine Statue von Padre Pio aufstellen lassen. 

Pfarreiengemeinschaft-Dillingen


Der Saardom

Die Kirche Hl. Sakrament trägt als größte katholische Kirche im Saarland den Namen Saardom. Errichtet wurde die Kirche von 1910 bis 1913, da die bisherige Pfarrkirche für die stark wachsende Gemeinde Dillingen zu klein geworden war. 
Der aus Trier stammende Architekt Peter Marx entwarf eine Kirche im neoromanischen Stil in graurotem Sandstein. Der Grundriss beschreibt ein lateinisches Kreuz mit einem Mittelschiff, zwei Seitenschiffen und einem Querschiff. Über der Vierung erhebt sich ein achteckiger Turm. Die Eingangsfassade wird von zwei unterschiedlich hohen Türmen zu beiden Seiten des Hauptportals dominiert, die bis heute das Bild der Innenstadt prägen. Über dem Hauptportal beeindrucken ein Sandsteinrelief mit der Kreuzigungsszene und eine Fensterrose.
Im Innern ist die Kirche sehr schlicht gehalten. Die fünf Joche des Hauptschiffes werden von einem Tonnengewölbe überspannt. Die Bauplastik ist sehr zurückhaltend, auf den Säulenkapitellen sind plastische Tier- und Engeldarstellungen zu erkennen. Die Kapitelle im Chor zeigen die vier Evangelisten und die sechs Sakramente. Die Verglasung der Fenster stammt aus der Nachkriegszeit, teilweise gestiftet von Dillinger Familien.

Zum Kircheninventar gehört ein Triptychon eines niederländischen Meisters aus dem 16. Jahrhundert mit Motiven der Geburt Christi, das nur zu besonderen Anlässen ausgestellt wird. Aus Vorgängerbauten stammen drei Heiligenstatuen (Lucia, Odilia, Gekrönte Madonna) des 18. Jahrhunderts.
Seit 1996 ertönt im Saardom zu Messen und Konzerten die so genannte Gürzenich-Orgel aus dem bekannten Kölner Konzert- und Festsaal.
Vor dem Saardom, auf dem Weinligplatz, steht eine Bronzestatue der Hl. Odilie des Bildhauers Lothar Messner.

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St. Maximin Pachten

Die Kirche des Stadtteils Pachten steht unter dem Patronat des Hl. Maximin. Der heilige Maximin war im 4. Jahrhundert fünfter Bischof von Trier. Sein Grab wurde bereits im 6. Jahrhundert hoch verehrt. Die Kirche St. Maximin wurde 1891/1892 an Stelle des baufällig gewordenen Vorgängerbaus des 11./12. Jahrhunderts errichtet. Unter diesem Vorgängerbau können ein frühchristlicher Bau und Reste des gallorömischen Vicus Contiomagus vermutet werden.
Die Kirche im neogotischen Stil besteht aus einer dreischiffigen Stufenhalle mit polygonaler Apsis. An der Eingangsfassade erhebt sich ein spitzer Turm. Im Innern ist die Kirche in 5 Joche unterteilt.
Aus den Vorgängerbauten haben sich Teile der Bauplastik erhalten, so ein romanischer Türsturzstein in der Turmeingangshalle. Das Relief zeigt einen Mann, der mit Kreuz und Buch einen Drachen und einen Zentauren abwehrt. Im Allgemeinen wird das Relief als eine Darstellung des Christentums gegen das Heidentum oder als Kampf des Hl. Maximin gegen ketzerische Bewegungen im Christentum des 4. Jahrhunderts erklärt.
Bemerkenswert sind die beiden barocken Seitenaltäre (ca. 1620), mit Predellen des 18. Jahrhunderts aus der Werkstatt der Bildhauerfamilie Guldner.

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St. Josef Diefflen

Die Pfarrei St. Josef in Diefflen besteht erst seit 93 Jahren. Nach über tausendjähriger Zugehörigkeit zur Mutterpfarrei in Nalbach wurde Diefflen am 1. Januar 1919 als selbständige Pfarrei beurkundet. 1899 wurde mit dem Neubau der Kirche begonnen, die bereits ein Jahr später fertiggestellt und geweiht werden konnte.  1905 wurde dann ein Friedhof auf dem Babelsberg angelegt und 1907 das Pfarrhaus fertiggestellt.
In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde die Pfarrkirche durch Beschuss stark in Mitleidenschaft gezogen. Bis 1948 konnte sie aber so hergerichtet werden, dass Gottesdienste stattfinden konnten. Da sich schon vor dem Kriege gezeigt hatte, dass die Kirche für die große Anzahl von Gläubigen zu klein geworden war, ging der Wiederaufbau mit einer Vergrößerung einher. Auch ein imposanter Turm mit vier Glocken wurde gebaut. Die Einweihung fand am  1.Oktober 1951 statt. Von 1979 bis 1983 wurde eine grundlegende Renovierung mit neuer künstlerischer Gestaltung des Innenraumes und begrenzten baulichen Veränderungen ausgeführt.

Pfarreiengemeinschaft-Dillingen


Maria Trost

Die Kirche Maria Trost ist die jüngste katholische Kirche im Stadtgebiet. Sie wurde 1961 bis 1963 nach Plänen des Dillinger Architekten Konny Schmitz errichtet. Neben dem schlichten Kirchenbau wurde ein freistehender Glockenturm gestellt, dessen Bauweise an Industriearchitektur erinnert. Die Kirche und der zeitgleich errichtete Kindergarten stehen auf der Denkmalliste ds Saarlandes.


Evangelische Kirche Dillingen

Die Evangelische Kirche in Dillingen ist die einzige protestantische Kirche in der Hüttenstadt und gehört zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Das erste, 1902 errichtete Bauwerk in der Merziger Straße wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Die Instandsetzungsarbeiten dauerten bis 1948 an. Eine zweite Renovierung fand in den Jahren von 1952-1953 statt. 1965 zeigten Statikgutachten, dass die Kirche durch die Beschädigungen des Zweiten Weltkrieges in einem sehr schlechten Zustand war. Der historistische Kirchenbau wurde unter Pfarrer Helmut Wirths im Jahr 1967 abgerissen und in den Jahren 1968–1969 durch einen Neubau in Sichtbeton ersetzt. Grundsteinlegung war am 14. Januar 1968. In einem feierlichen Festakt wurde der Neubau am 31. August 1969 eingeweiht. 

Evangelische-Kirche-Dillingen


Waldfriedhof

Der im Norden gelegene Waldfriedhof dient nicht nur als Begräbnisstätte, sondern auch als Parkanlage und als Ehrenfriedhof.
Die im Wald gelegene Anlage aus den 1980er Jahren weist großzügige Bestattungsfelder unterschiedlichster Gestaltung. Man betritt den Friedhof neben der Einsegnungshalle und wird dann entlang eines Teiches zu den Gräberfeldern geführt. Im hinteren Bereich wurde ein Ehrengräberfeld für Tote der beiden Weltkriege angelegt.


Friedhof St. Johann

Der Friedhof St. Johann ist der einzige Friedhof, der noch in direkter räumlicher Nähe zur Kirche liegt. Neben dem jüdischen Friedhof ist er auch die älteste Begräbnisstätte der Stadt.
Der Friedhof wurde 1872 angelegt neben der Kirche St.Johann, die 1844-45 erbaut wurde. Auf dem Friedhof sind einige bemerkenswerte Grabstätten, so die Defrancegruft, in der Mitglieder der Papierfabrikantenfamilie Piette bestattet sind oder das Audebert-Grab. Ein Mitglied dieser Familie, Joseph Peter Audebert ist als Naturforscher und Ethnologe mit seinem Spezialgebiet Madagaskar in die Wissenschaftsgeschichte eingegangen.
Das Bild der Friedhofs wird auch bestimmt von der Einsegnungshalle und dem Hochkreuz für Pfarrer Hillen, 1869- 1907 Pfarrer von Dillingen.


Jüdischer Friedhof

1755 wurde am Rande Dillingens ein jüdischer Friedhof für die jüdischen Bewohner Dillingens und der Dörfer der Umgebung, mit Ausnahme von Saarwellingen, angelegt. 1880 erhielt er eine Eingangshalle. Im Nationalsozialismus wurde der Friedhof geschändet. Mit über 400 Grabsteinen ist der größte jüdische Friedhof im Saarland.
In einem abgelegenen Bereich des Friedhofs sind osteuropäische Zwangsarbeiter bestattet. 


Friedhofskapellen

Zu den Friedhöfen der Stadt gehören Einsegnungshallen, von denen die des Dieffler Friedhofes sogar auf der Denkmalliste des Saarlandes zu finden ist. Der langgestreckte asymmetrische Bau von Konny Schmitz aus dem Jahr 1965 wird von einer spitzen Beton-Glas-Kuppel bekrönt, die in den letzten Jahren aufwendig restauriert wurde.
Auch die Friedhofskapelle St. Johann beeindruckt mit vielfarbigen Glasfeldern in der Eingangswand.