Eler-Vorhaben
Römermuseum Pachten barrierefreier Ausbau und Sanierung

Das sich im Eigentum der Stadt Dillingen befindliche, ursprünglich als Wohnhaus mit Scheune gebaute Gebäude wurde mit genehmigtem Nutzungsänderungsantrag 1992 teilweise umgebaut und von einem Förderverein als Heimatmuseum betrieben. In 2021 hat die Stadt Dillingen den Betreiberstatus übernommen und die Stelle einer Museumsleiterin eingerichtet. Mit neuem Konzept soll das Römermuseum nun wiedereröffnet werden. Das Museum, welches in Zukunft mehrere Tage die Woche geöffnet werden soll, wird durch dieses Konzept Jung und Alt aus nah und fern ansprechen und somit zu einem touristischen Highlight der Region avancieren. Ein umfangreiches Programm für Kinder und insbesondere Schulklassen der Umgebung rückt die lange Geschichte Pachtens wieder ins Bewusstsein der Jugend und bietet spannende Perspektiven für das außerschulische Lernen. Basierend auf diesem Nutzungskonzept, welches auch eine größtmögliche Barrierefreiheit beinhaltet, wurde eine Planung vom Hochbauamt erarbeitet, welche nun umgesetzt werden soll. Der bestehende Bestandsschutz im Bereich Brandschutz wird hierbei jedoch aufgehoben, sodass die Ertüchtigung auch in diesem Bereich notwendig wird. Hieraus ergeben sich Maßnahmen wie z.B. der Einbau einer Brandmeldeanlage sowie die Errichtung eines Fluchttreppenhauses, das alle Ebenen erreicht. Der Luftraum zwischen Erd- und Obergeschoss im Scheunentrakt aus Brandschutzgründen geschlossen werden. Das Museum selbst soll barrierefrei erlebbar sein. Dabei muss seitens den in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkten Besuchern in Kauf genommen werden, dass sie andere Wege nehmen müssen. Der Hauptzugang wird weiterhin über die Außentreppe des Vordereingangs durch den Verbindungsflur zum Empfangsraum erfolgen. Der barrierefreie Zugang des Gebäudes wird über den „Scheunentrakt“ ermöglicht werden. Hierfür wird die sich in der Scheune befindliche Pfostenriegel-Konstruktion teilweise zurückgebaut und ein innenliegender Aufzug eingebaut. Dieser Aufzug bedient alle Geschosse (KG-DG) und ist an das Fluchttreppenhaus angegliedert. Decken- und Wanddurchbrüche, Erstellen von Wänden und Einbau neuer Brandschutztüren werden hierfür notwendig sein. Im Erdgeschoss wird ein neues barrierefreies WC errichtet werden. Die Personaltoilette soll im rückwärtigen Teil des Museums eingerichtet werden. Hier ist auch ein kleines Bistro mit einem Getränkeautomaten und daran anschließender Spülküche geplant. Da der rückwärtige Teil auf einem anderen Niveau liegt, wird eine mobile Rampe vorgehalten werden, damit alle diesen Bistrobereich erreichen können. Die Verbreiterung von Durchgängen, hierbei auch die Anpassung der Durchgangshöhe dieser Durchgänge, der Rückbau vorhandener Holztreppen und Innenwänden sowie das Schließen von Deckenlöchern und Angleichen von Bodenbelägen sind ebenfalls Bestandteil der Sanierung. Der Dachraum des ehemaligen Wohnhauses soll weitestgehend von Innenwänden befreit werden und komplett für die Museumspädagogik genutzt werden. Eine kleine Kücheninsel wird die Besuchergruppen zum Kochen römischer Essen einladen. Die Dacheindeckung ist in die Jahre gekommen und die Dämmung des Daches entspricht nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Beides soll erneuert werden. Gleichzeitig muss ein 2. Rettungsweg für das Dachgeschoss über eine neu einzubauende Gaube geschaffen werden, der auch von Besuchern, die in ihrer Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt sind, genutzt werden kann. Bedingt durch das neue Fluchttreppenhaus und den Aufzug muss das Dach in diesem Bereich erhöht werden. Dies soll durch die Ausbildung eines Flachdaches geschehen, das jedoch unter der Firsthöhe des Satteldaches verbleibt und somit in der Straßenansicht nicht zu sehen ist. In dieses Flachdach wird der notwendige Rauchabzug integriert werden. Die Sanierung der Außenfassade beinhaltet die Erneuerung der Fenster und Türen sowie den Anstrich inclusive der Sandsteinsanierung der Gewände. Sowohl die Dacherneuerung als auch die Sanierung der Fenster und Türen erfolgen unter energetischen Gesichtspunkten. Der Innenhof wird um eine Stufe angehoben, sodass auch dieser ebenfalls über eine neu zu errichtende DIN entsprechenden Rampe aus dem Haupthaus barrierefrei erreichbar ist. Der komplette Gebäudekomplex erhält einen neuen Innenanstrich. Ebenso wird ein Blindenleitsystem eingerichtet und den Besuchern WLAN zur Verfügung gestellt. Aus haustechnischer Sicht runden die Erneuerung der gesamten Elektrik sowie der Heizleitungen und Heizkörper sowie der Einbau einer Lüftungsanlage die Sanierung des Römermuseums ab.
Eintauchen in die antike Vergangenheit

Das heute fast unsichtbare römische Erbe des Stadtteiles Pachten sichtbar zu machen, darum geht es bei dem Projekt „SaAR – Saarländische Archäologie virtuell erleben“. Zu diesem Zweck wird eine App-Anwendung entwickelt, mit deren Hilfe sich virtuelle Rekonstruktionen (Augmented Reality) abrufen lassen. Diese zeigen acht unterschiedliche antike Bereiche des römischen Pachtens (antiker Name: Contiomagus). Darunter sind: das Kulttheater, das römische Kastell, ein Wohnviertel, der Tempelbezirk und das Handwerksviertel. Die Erstellung der App inklusive der rekonstruierten Bauten wird durch die Europäische Union und das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlandes mit über 56.000 € gefördert. Hierbei handelt es sich um die erste Phase eines größeren Projektes. In einem weiteren Schritt entsteht ein archäologischer Rundweg mit gestalteten Stelen, an denen über einen QR-Code die entsprechende Rekonstruktion des Baus abgerufen werden kann, der sich an dieser Stelle vor gut 2000 Jahren befand. Die Rekonstruktion (z.B. der Tempel) wird in das heutige Stadtbild integriert, so dass man mit Hilfe seines Smartphones ein kleines Fenster in eine lang vergangene Zeit öffnet.
Das Gesamtprojekt wird voraussichtlich 2027 fertiggestellt. Wir halten Sie gerne auf dem laufenden.
ELER-Webseite der EU-Kommission: Entwicklung des ländlichen Raums – Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
ELER Saarland: ELER – Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums – saarland.de
