Schichtwechsel in Dillingen: Stadtverwaltung und AWO-Werkstätten tauschen für einen Tag die Arbeitsplätze
Dillingen/Saar. Wie vielfältig die Arbeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung ist, konnten Bürgermeister Christian Finkler und sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Bauhofs sowie der Stadtgärtnerei beim bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“ am 24. September selbst erleben. Sie wechselten für einen Tag die Arbeitsplätze: Während sieben Beschäftigte der AWO-Werkstätten in Dillingen zu Gast bei der Stadtverwaltung waren und verschiedene Bereiche des Rathauses, der Stadtgärtnerei und des städtischen Bauhofs kennenlernten, arbeiteten Beschäftigte der Stadtverwaltung gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AWO in den Werkstätten.
Für die Gäste aus den AWO-Werkstätten begann der Tag im Sitzungssaal des Rathauses. Dort begrüßte Bürgermeister Christian Finkler die Gruppe und gab zunächst einen Einblick in die Arbeit der Stadtverwaltung. Dabei erläuterte er unter anderem, wie die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat funktioniert, welche Aufgaben der Bürgermeister hat und wie Entscheidungen in der Stadt getroffen werden. Anschließend führte ein Rundgang durch verschiedene Abteilungen des Rathauses, bevor es in die Stadtgärtnerei ging. Dort konnten die Besucherinnen und Besucher die Arbeitsabläufe vor Ort kennenlernen. Anschließend stand ein Besuch im Lokschuppen auf dem Programm. Zur Stärkung gab es danach ein gemeinsames Mittagessen im Jugendhaus, bevor es schließlich noch zum städtischen Bauhof ging. Auch dort erhielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO einen Einblick in die Arbeit und konnten sich die verschiedenen Aufgaben und Bereiche vor Ort anschauen.
Zeitgleich wurde in den AWO-Werkstätten in Dillingen selbst kräftig mit angepackt. Bürgermeister Christian Finkler und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung arbeiteten in unterschiedlichen Bereichen mit. Dazu gehörten unter anderem die Vormontage von Kugelhähnen sowie Verpackungsarbeiten am Schweißtunnel. Schnell wurde dabei deutlich, dass hinter vielen Produkten und Aufträgen zahlreiche Arbeitsschritte stehen, die Genauigkeit, Geschick und Konzentration erfordern.
„Ich habe bereits im vergangenen Jahr an der Aktion „Schichtwechsel“ teilgenommen und mich deshalb besonders darauf gefreut, auch in diesem Jahr wieder dabei zu sein. Es ist jedes Mal interessant zu sehen, wie vielseitig die Aufgaben in den Werkstätten sind und mit wie viel Freude, Motivation und Sorgfalt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit machen“, sagt Bürgermeister Christian Finkler. „Der direkte Austausch und das gemeinsame Arbeiten bringen Menschen zusammen und geben einen guten Einblick in die unterschiedlichen Arbeitswelten.“
Die AWO-Werkstätten in Dillingen übernehmen vielfältige Produktions- und Montageaufträge für unterschiedliche Unternehmen. Dazu zählen unter anderem Montage- und Fertigungsarbeiten, Verpackung, die Übernahme einzelner Produktionsschritte sowie logistische Aufgaben. Ziel der Werkstätten ist es, Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen und zugleich zuverlässige Leistungen für Auftraggeber zu erbringen.
Genau darum geht es auch beim bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“, der in diesem Jahr zum achten Mal stattfand. Beschäftigte aus Werkstätten und Mitarbeitende von Unternehmen, Behörden oder anderen Organisationen tauschen für einen Tag ihre Arbeitsplätze und lernen dabei die jeweils andere Arbeitswelt unmittelbar kennen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen koordiniert den Aktionstag seit 2019 auf Bundesebene.
Am Ende des gemeinsamen Tages stand für die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch ein Mittagessen in der AWO-Kantine auf dem Programm. Für beide Seiten blieb vor allem der persönliche Austausch in Erinnerung – und die Erfahrung, dass ein Arbeitsplatzwechsel manchmal neue Einblicke eröffnet, die ein gewöhnlicher Besuch so nicht vermitteln kann.


















Fotos: Stadt Dillingen / Julia Schmitt
