Lange Nacht der Demokratie: Jugendliche im direkten Austausch mit Bürgermeister Christian Finkler


Dillingen/Saar. Wie soll sich Dillingen in Zukunft entwickeln? Was brauchen junge Menschen in der Stadt – und wie können sie selbst Einfluss nehmen? Mit diesen und vielen weiteren Themen kamen Schülerinnen und Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG), des Technisch-wissenschaftlichen Gymnasiums (TWG) und der Schule am Römerkastell am vergangenen Freitag ins Dillinger Rathaus. Im Rahmen der landesweiten „Langen Nacht der Demokratie“ hatten sie dort die Gelegenheit, Bürgermeister Christian Finkler direkt zu kommunalpolitischen Themen zu befragen und ihre eigenen Anliegen einzubringen.

Irina Hoffeld und Melanie Biehl vom 3B-Verbund Dillingen begleiteten und moderierten die Fragestunde. Die Jugendlichen konnten im Sitzungssaal des Rathauses ihre Fragen direkt an den Bürgermeister richten. Begleitet wurde die Veranstaltung von der Schulleiterin des TWG, Linda Machwirth, der Lehrerin Susanne Leidner-Gersing vom ASG sowie vom Schulleiter der Schule am Römerkastell, Dr. Michael Faust.
Inhaltlich zeigten sich die Jugendlichen bestens vorbereitet und deckten im Gespräch ein breites Spektrum an kommunalpolitischen Themen ab. Ein Anliegen war ihnen beispielsweise die Jugendbeteiligung und Freizeitgestaltung. Auf die Frage, was er mit unbegrenzten Mitteln für Jugendliche bauen würde, betonte Bürgermeister Finkler, dass er das Geld nicht nach eigenen Vorstellungen investieren, sondern die Jugendlichen direkt nach ihren Wünschen fragen würde. Dass diese Beteiligung hervorragend funktioniere, zeige das erfolgreiche Projekt des Dillinger Skateparks.  Auch für ältere Jugendliche wolle man künftig wieder verstärkt lockere Formate für den Austausch schaffen. Auch die Folgen des Klimawandels beschäftigten die jungen Fragesteller. Bürgermeister Finkler erläuterte unter anderem Fördermöglichkeiten für Baumpflanzungen sowie Überlegungen zu großflächigen Sonnensegeln und Wassernebel-Anlagen, die an besonders heißen Sommertagen für Abkühlung in der Stadt sorgen könnten. Darüber hinaus richteten die Jugendlichen ihren Blick auf die langfristige Entwicklung der Stadt. Sie fragten nach dem demografischen Wandel, bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum und dem Zustand der Straßen. Auch hinterfragten sie kritisch die Pläne zur Belebung der Innenstadt, warfen aber auch eigene Projektideen auf, wie etwa die Gründung eines Bürgercafés an der Schule, um den generationenübergreifenden Austausch im Viertel zu fördern.

Bürgermeister Finkler zeigte sich im Anschluss begeistert vom großen Interesse und den durchdachten Fragen der jungen Generation: „Demokratie lebt vom Mitmachen – und das beginnt direkt hier vor unserer Haustür in der Kommune. Das Treffen hat gezeigt, wie wichtig es ist, jungen Menschen Raum für ihre Themen und Anliegen zu geben. Es ist mir ein persönliches Anliegen, die Perspektiven unserer Jugend nicht nur zu hören, sondern sie aktiv in unsere Stadtentwicklung einzubinden, denn sie sind die Zukunft unserer Stadt.“

Die „Lange Nacht der Demokratie“ findet bundesweit sowie auch landesweit im Saarland traditionell am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit statt.  Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, Demokratie unmittelbar erlebbar zu machen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Diskussionen, Workshops, Jugendforen und weitere Formate bieten Gelegenheit, Fragen zu stellen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und sich mit Möglichkeiten demokratischer Beteiligung auseinanderzusetzen. Die Fragestunde im Dillinger Rathaus gab dabei jungen Menschen Raum, ihre eigenen Themen einzubringen und kommunalpolitische Zusammenhänge unmittelbar kennenzulernen.

Fotos: Stadt Dillingen / Julia Schmitt