Archäologie zum Mitmachen: Neue Funde hinter dem Römermuseum

In den letzten Wochen gab es viel Bewegung auf der Fläche hinter dem Römermuseum. Die Grabung, die im vergangenen Jahr begonnen hatte, ging in die zweite Runde. Doch wer hat dort gegraben und wurde auch etwas gefunden?

Gegraben wurde durch den Verein Erlebnis Archäologie, der Ausgrabungen für interessierte Laien an verschiedenen Orten in Europa anbietet. Seit 2025 gehört auch Pachten dazu. Unter der fachkundigen Anleitung des Archäologen Klaus Schindl gruben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Bereich der antiken Tempelanlage. Die Grabungen erfolgten in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt, das auch für die gefundenen Objekte zuständig ist. Die Stadt Dillingen kosteten die Ausgrabungen übrigens fast nichts: Sie stellte lediglich das Material bereit, das für die Durchführung der Grabung benötigt wurde. Gefunden wurden vor allem die Fundamente der antiken Temenosmauer, der Begrenzungsmauer des Tempelbezirks. Hinzu kamen kleinere Funde wie Scherben und zahlreiche Ziegel. Besonders schön war der Fund eines Ziegels mit Herstellerstempel: Bei Quintus Valerius Sabellus handelte es sich um einen antiken Ziegelgroßhändler, der wahrscheinlich im heutigen Saarland ansässig war. Besonders spannend war außerdem der Fund eines kleinen Frauenköpfchens aus hellem Sandstein. Es gehörte vermutlich zu einer Figur der keltischen Flussgöttin Ritona, die hier im Tempel verehrt wurde. Geheimnisvoll blieb ein kleines Bleiröllchen, bei dem es sich möglicherweise um ein antikes Fluchtäfelchen handelte. Genaueres lässt sich jedoch erst nach der Reinigung und Untersuchung durch die Restauratorinnen des Landesdenkmalamtes sagen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Grabung waren auf jeden Fall begeistert und sind vielleicht auch im kommenden Jahr wieder zu Gast in Pachten, wenn die Ausgrabung weiter geht.

Fotos: Stadt Dillingen / Kirstin Jakob und Bob Boost

Kleines Frauenköpfchen aus hellem Sandstein, vermutlich Teil einer Figur der keltischen Flussgöttin Ritona.

Ziegel mit dem Stempel des Quintus Valerius Sabellus, eines antiken Ziegelgroßhändlers.