Aktuelles

Weltfrauentag und Equal-Pay-Day in der Corona-Pandemie

Seit nunmehr 111 Jahren wird am 8. März in Deutschland der Weltfrauentag gefeiert. Neben dem Kampf um das Wahlrecht war es schon in den Anfängen der Frauenbewegung ein wichtiges Ziel, mit Vorurteilen zu brechen und für Emanzipation und Gleichberechtigung zu kämpfen. Obwohl sich seitdem Frauen viele Rechte erstritten haben, gibt es bis heute immer noch Unterschiede, auf die die Frauenbeauftragte der Stadt Dillingen, Eva Mittermüller, auch in diesem Jahr am Weltfrauentag sowie am „Equal Pay Day“ (7. März) wieder aufmerksam machen möchte. „Bis heute sind Männer und Frauen in vielen Bereichen nicht gleichgestellt. In Zeiten der Corona-Pandemie wird dies besonders deutlich“, so die Frauenbeauftragte. Frauen verdienen durchschnittlich 18% weniger als Männer. Der „Equal-Pay-Day“ ist der Aktionstag für Entgeltgleichheit und markiert symbolisch genau diese Lohnlücke. Frauen arbeiten von Jahresbeginn bis zu diesem Tag quasi umsonst, während Männer bereits ab dem 1. Januar bezahlt werden. Leider muss auch in diesem Jahr das Frauenfest in Dillingen ausfallen, das der Frauenkreis unter Leitung von Eva Mittermüller traditionell am 8. März feiert. Obwohl man über eine coronakonforme Möglichkeit nachgedacht hat, hat die Omikron Variante der Durchführung einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Auch wenn das Frauenfest in diesem Jahr leider wieder nicht stattfinden kann, bedanke ich mich bei unserer Frauenbeauftragten für ihr großes Engagement und die unvezichtbare Arbeit, die sie leistet“, erklärt der Dillinger Bürgermeister Franz-Josef Berg. Die Frauenbeauftragte weist darauf hin, dass gerade in den systemrelevanten Berufen wie Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Kindertageseinrichtungen und im Einzelhandel überdurchschnittlich oft Frauen beschäftigt sind. Ebenso sind es im Bereich der Care-Arbeit hauptsächlich Frauen, die sich um Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen kümmern. Diese Tätigkeiten sollen den Berufen in der Industrie gleichgestellt und entsprechend entlohnt werden. Um die Situation der Frauen zu verbessern, fordern die Frauenbeauftragen im Landkreis in diesem Zusammenhang ebenfalls bessere Aufklärung über die Konsequenzen und sogar die Abschaffung von nicht sozialversicherungspflichtigen Minijobs, in denen auch zum größten Teil Frauen beschäftigt sind. Das Ziel sind flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten sowie eine gerechte Entlohnung in gleichwertigen Tätigkeiten, so dass sich beide Partner um die Familie und eventuelle Pflege von Angehörigen kümmern können. Weitergehende Informationen zum Weltfrauentag und dem „Equal-Pay-Day“ gibt es am 8. März an Infoständen der saarländischen Frauenorganisatoren in der Bahnhofstraße in Saarbrücken.